Drachenbootfest am Inselsee

Foto: Silke Voß

Das 17. Drachenbootrennen in Güstrow verzeichnet einen Teilnehmerrekord: 29 Teams sind am Samstag gegeneinander angetreten. Sogar zwei Inklusionsteams waren am Start.

Anfeuernde Rufe trug das Wasser des Inselsees weithin und kämpferische Trommeln verkündeten: Es ist mal wieder Drachenbootzeit. Das jährliche Wassersportevent des SV Einheit Güstrow fasziniert auch Nichtsportler, wenn Teams aus bis zu 20 Paddlern synchron ein 12,50 Meter langes Boot schnell vorwärts gleiten lassen. So kamen auch den ganzen Samstag Neugierige an die Bootshäuser in der Barlachstadt, um das Spektakel des nunmehr 17. Drachenbootsrennen mit oder ohne Fernglas, mit oder ohne Klappstuhl zu begutachten.

Es musste sogar Teams abgesagt werden.

In diesem Jahr hat das Festival sogar einen Teilnehmerrekord zu verzeichnen: Mit 29 Teams sind fünf mehr als beispielsweise letztes Jahr am Start und damit so viele wie nie zuvor. „Wir mussten aus Kapazitätsgründen sogar zwei Teams absagen“, erklärt Sebastian Sterl vom Organisationsteam des SV Einheit.

Am Ende hat unter den Kleinbooten das Güstrower Team „Muskelkater“ mit nur 4:37,85 Minuten das Rennen gemacht, sehr knapp gefolgt von den Müritzdrachen mit nur 4:37,93 mehr und dann den Waschbären aus Güstrow mit 4:40,99. Bei den Großbooten wurden GoCo aus Rostock mit 3:44,47 Minuten erster, zweiter die LTD CrewSchwerin (3:57,25) und auf den dritten Platz kamen die ReBus Torpedos mit einer Zeit von 4:02,01 Minuten.

Das Festival startete bereits am Freitagabend mit einem Kinoabend auf der Festwiese, und auch da war schon mächtig was los und gute Stimmung, sagt er.

Die Teams, darunter etliche aus Güstrow, viele aber auch aus dem ganzen Land trugen phantasievolle und selbstironische Namen wie Axoloti, Bleienten, Schiffsversenker, Muskelkater, Fliegenfänger oder Flying Turtles (Fliegende Schildkröten). Um den Wanderpokal starteten insgesamt 12 Kleinboote und 17 Großboote über eine Strecke von 200 Metern in drei Zeitläufen und einem Platzlauf. In den kleinen Booten fuhren in Güstrow sechs Männer und vier Frauen, in den großen Booten zehn Männer und sechs Frauen sowie ein Steuermann und ein Trommler mit.

„Es geht aber in erster Linie um die ersten drei Plätze und darum, das Paddeln zu gewinnen, sondern um den gemeinsamen Spaß“, erklärt der Mitorganisator.

Stolz sei man auch darauf, zwei Inklusionsteams dabei zu haben, also Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in einem Boot. Sie wollten Mitte Juni eigentlich nach Köln zum größten Drachenboot-Event rund 100 Teams und 2000 Teilnehmern. Besonders das Finale der Karnevalsgesellschaften gilt als Highlight. Leider musste es in diesem Jahr ausfallen, erzählt Sebastian Sterl.

Am Abend stieg dann eine große Party mit DJ bis um 2 Uhr. „Sie war gut besucht und es herrschte gute Stimmung“, meint Hauptorganisator Axel Schult. Dass das Drachenbootrennen drei Tage dauerte, rechtfertigte diesmal den Zusatz Drachenbootfestival. Auch ein Novum in diesem Jahr.

19.06.2026 Nordkurier „Wo Schiffsversenker und Bleienten wettpaddeln: Drachenbootfest am Inselsee“